Strategieentwicklung für Medienunternehmen


Die Strategieentwicklung für Medienunternehmen gehört zu den schwierigsten Management-Aufgaben, die die Privatwirtschaft überhaupt zu vergeben hat. Nach einer Potentialanalyse sowohl der eigenen Mitarbeiter als auch der Produkte können die Stärken und Schwächen analysiert und die weitere Unternehmensentwicklung geplant werden.

Der Wettbewerb ist durch viele Gratis-Angebote gekennzeichnet
Die Preisbereitschaft bei den Kunden ist dabei sehr unterschiedlich ausgeprägt. Im Print-Bereich gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen und hochwertig produzierten Zeitschriften, die trotz des riesigen Angebotes auch eine zahlende Kundschaft finden. Der Ertrag ruht hierbei auf den drei Säulen Erlösen aus Einzelverkauf, Erlösen aus Stammkunden (Abonnements) und den Werbeerträgen. In der Potentialanalyse steht diesen Stärken des Printmediums aber der harte Konkurrenzkampf und in vielen Fällen sinkende Einnahmen bei praktisch volumenunabhängigen Herstellungskosten gegenüber. Deshalb sollte das Unternehmen oder eine Unternehmensberatung Strategien zur Erhöhung der Auflage oder Verbesserung der Kundenbindung entwickeln.

Der Multi-Channel-Ansatz in der Strategieentwicklung
Viele Medienunternehmen sehen ihren Erfolg nicht mehr durch den Vertrieb eines einzigen Mediums gesichert. Die erfolgreichen Verlage (wie Burda und Springer) setzen dabei auf eine Kombination aus verschiedenen Medien, die sowohl Synergieeffekte nutzen, als auch die Marktdurchdringung erleichtern. So kann beispielsweise ein kurzer Artikel auf die Langfassung im Spiegel verweisen und dadurch gerade den Absatz des Heftes am Erscheinungstag steigern. Ein interessantes, provokantes Interview fungiert hier als "Teaser" oder "Eyecatcher" für das aktuelle Heft.
Die Strategieentwicklung kann hierbei auch auf soziale Netzwerke nicht verzichten, auf denen sich insbesondere jüngere und internetaffine Kunden tummeln. Dabei bildet sich der Markenwert des Gesamtunternehmens bzw. Verlags nicht mehr nur aus der reinen Anzahl der verkauften Hefte oder der angeklickten Webseiten. Vielmehr ist eine Potentialanalyse nicht vollständig, wenn die Präsenz in der Öffentlichkeit nicht einkalkuliert wird. Leider wird bei einer Multi-Channel-Strategie eine Menge Arbeitseinsatz und Innovation in die reine Präsenz gesteckt, die Gefahr dieser Strategieentwicklung besteht darin, dass Erfolge nicht gleich sichtbar werden und Vergleichsmaßstäbe und wirtschaftliche Kennzahlen fehlen.

Wenn also ein Medienunternehmen eine Strategie für neue Produkte und Leistungen entwickeln will dann muss ein ganzheitlicher Ansatz möglichst aufbauend auf Präsenz in verschiedenen Medien und unter der Berücksichtigung der eigenen Stärken und Schwächen gewählt werden. Die Potentialanalyse zeigt dann, ob die gewählte Strategie durch das Unternehmen alleine oder mit starken Partnern umgesetzt werden kann.